Weihnachten bei 30 Grad

Samstag, Dezember 26, 2009 14:43

Vor einigen Jahren nahm ich eine ganz besondere Einladung nach Südamerika an: In der ecuadorianischen Metropole Guayaquil besuchte ich bereits zum zweiten Mal die Familie meiner guten Freundin Maria. Sie lebt bereits seit vielen Jahren in den USA, arbeitet dort hart im Dienstleistungssektor und kann sich den Flug nach Ecuador nur alle drei oder vier Jahre leisten.

Das Weihnachtsfest in Guayaquil zu verbringen, war für mich eine ganz besondere, aber auch neue Erfahrung: Wenn bei uns Winter ist, herrscht dort ein sommerlich tropisch heißes Klima mit Temperaturen um 26 Grad Celsius. Hinzu kommt noch die extrem hohe Luftfeuchtigkeit, bei der sich 26 Grad wie 30 Grad und mehr anfühlen. Das Klima machte mir sehr zu schaffen. Tagsüber kam ich schon bei der geringsten Bewegung ins Schwitzen, weshalb ich die meiste Zeit in der Hängematte verbrachte.

Gemeinsam mit Maria, ihrer Schwester Rosa und deren damals 5-jährigen Sohn Frank besuchte  ich am heiligen Abend das Einkaufszentrum “Malecon 2000″, um noch einige Geschenke zu besorgen. Als wir das Kaufhaus betraten, bekam ich einen Kälteschock. Dank der Klimaanlage war es dort für meine Begriffe zu kühl. Trotzdem war ich froh, der heißen Luft für eine Weile entfliehen zu können.

Strand oder Berge, wo haben Sie ihr Weihnachten verbracht?Bis zum Betreten des Kaufhauses war ich wegen des warmen Wetters überhaupt noch nicht in Weihnachtsstimmung gekommen, was sich nun schlagartig änderte: Wie mir Maria und Rosa beschrieben, war das Kaufhaus weihnachtlich geschmückt. Aus den an der Decke hängenden Lautsprechern drangen international bekannte Weihnachtslieder an meine Ohren. Ich hielt zwar mit meinen hektisch nach Geschenke shoppenden Begleiterinnen Schritt, ließ mich jedoch nicht von ihrer Hektik anstecken. Vielmehr dachte ich in diesem Moment an meine Familie und vor allem daran, wie meine Eltern, mein Zwillingsbruder und mein Onkel im weit entfernten Deutschland ohne mich Weihnachten feiern würden. Was aßen Sie gerade zu Abend? Worüber lachten und unterhielten sie sich in diesem Moment? Welche Weihnachtslieder würden sie vor der Bescherung singen? All dies würde ich später per Telefon erfahren.

Plötzlich – wir müssen wohl in der Spielwarenabteilung gewesen sein – riss mich der ecuadorianische Weihnachtsmann aus meinen Gedanken. Freudig kam er auf uns zu, grüßte uns mit “Feliz Navidad!” (fröhliche Weihnachten) und unterhielt sich dann eine Weile mit dem kleinen Frank.

Nach etwa einer Stunde verließen wir das Kaufhaus und traten auf die Straße. Im Nu war der Weihnachtszauber, der mich im Innern des Gebäudes eingefangen hatte, wie verflogen. Ich hörte keine Weihnachtslieder mehr und auch der Feststimmung verbreitende Weihnachtsmann war weg. Das tropische Klima erinnerte mich daran, dass ich mich im ecuadorianischen Sommer befand und in diesem Jahr eines meiner bisher exotischsten Weihnachtsfeste erleben würde.

Wo verbringen Sie zurzeit die Weihnachtsfeiertage und die Zeit zwischen den Jahren? Haben Sie die Bescherung bei 30 Grad am Südseestrand unter Palmen gefeiert oder sind Sie gerade von einer tief verschneiten Landschaft umgeben? Wir freuen uns auf Ihre ganz persönlichen Geschichten und wünschen Ihnen weiterhin fröhliche Weihnachten!

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2 Antworten zu “Weihnachten bei 30 Grad”

  1. Karin K. sagt:

    Dezember 26th, 2009 um 19:23

    Also bei mir muss es zu Weihnachten wenigstens kalt und draußen am Abend richtig dunkel sein, wenn es schon keinen Schnee gibt, damit die richtige Stimmung mit Kerzen und Beleuchtung aufkommt.

    Bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein könnte ich nicht feiern…

  2. Martin sagt:

    Dezember 27th, 2009 um 15:35

    Für mich ist Weihnachten okay, wenn ich mit der Familie und Freunden eine schöne Zeit verbringen kann. Vor allem, wenn die Verwandschaft zu weit auseinander wohnt, um sich regelmäßig sehen zu können. Das Wetter ist dann eigentlich egal, solange es keinen Schneesturm oder Eisregen gibt…

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