Vorsicht vor Bluejacking
Montag, Januar 18, 2010 11:55Die meisten Handys, PCs und Notebooks besitzen eine Bluetooth-Schnittstelle. Diese dient normalerweise dazu, zwei Bluetooth-fähige Geräte miteinander zu verbinden. So kann man per Bluetooth eine Freisprecheinrichtung an ein Handy anschließen und hat dann beim Telefonieren beide Hände frei.
Funkverbindungen per Bluetooth lassen sich aber auch nutzen, um Dateien zwischen zwei Geräten zu übertragen. Grundsätzlich können zwischen zwei Bluetooth-Geräten nur Funkverbindungen aufgebaut werden, wenn diese sich gegenseitig finden. Ob ein Gerät gefunden werden kann, lässt sich in den Bluetooth-Einstellungen festlegen.
Computerviren und sonstige Malware kommt meistens über das Internet auf ein Notebook oder Handy, doch solche Software kann man sich auch per Bluetooth-Verbindung einfangen, wenn das Handy für andere Geräte sichtbar und auffindbar ist. Dann spricht man vom so genannten Bluejacking.
Jemandem per Bluetooth-Verbindung eine Datei unterzujubeln, ist ein Kinderspiel. Ich selbst habe das schon einige Male getestet. Da ich von Grund auf kein böser Mensch bin und selbst nicht davon begeistert wäre, wenn mir jemand einen Virus aufs Handy schickte, habe ich für meine Versuche immer nur eine Sound-Datei (den “russischen Orgasmus”) verwendet.
Ganz besonders oft habe ich die Datei auf Flughäfen, in Fernzügen und vor allem in Lokalen erfolgreich verschickt. Dabei war ich erstaunt, wie viele Menschen ihr Handy für jeden sichtbar per Bluetooth auffindbar im Stand-by-Modus betreiben und so naiv sind, den erwähnten Audioclip einfach zu akzeptieren.
Für mich unterhaltsam wurde es immer dann, wenn die Besitzer der betroffenen Handys die Datei abspielten und sich die lüsterne Russin anhörten.
In einer Kneipe in Barcelona landete die Datei auf dem Handy eines jungen Spaniers, der mit einer Gruppe von drei Frauen am Nebentisch saß. Er spielte den Clip tatsächlich ab und nicht nur seine Freundinnen und er selbst, sondern auch ich fingen an zu lachen.
Hierauf kamen wir ins Gespräch und ich machte sie auf die Gefahren des Bluejackings aufmerksam. Nun schalteten alle vier die Bluetooth-Funktion ihrer Handys aus. Wie gesagt, ich verschickte nur die Sound-Datei, doch den vier Spaniern jagte ich mit meiner Aktion einen gehörigen Schrecken ein.
Wenn Sie die Bluetooth-Funktion Ihres Handys – aus welchen Gründen auch immer – eingeschaltet haben, sollten Sie Ihr Mobiltelefon immer so konfigurieren, dass es Verbindungen nur von per Pin-Code autorisierten Geräten annimmt, und für andere Bluetooth-fähige Geräte stets unsichtbar ist. Nur so vermeiden Sie, das ein Fremder Ihr Handy per Bluejacking unter seine Kontrolle bringt.








Mario sagt:
Januar 18th, 2010 um 13:15
Bei mir is Bluetooth nur an, wenn ichs brauche, ist neben UMTS ja auch ein starker Energieverbraucher…
Alex sagt:
Januar 18th, 2010 um 19:05
Im Cafe oder Bar mach ich mir öfters den Spaß nach anderen Bluetooth-Geräten zu suchen. Ist auch gut zum anbandeln…
Blue Jagger sagt:
Mai 13th, 2010 um 21:16
So schlimm finde ich Bluejacking gar nicht.
Ein Videoclip wird bestimmt auch eher angenommen als ein Programm.
Und selbst wenn es ein Programm ist, was verschickt wird, muss man das oft ganz aufwändig installieren. Da gibt es sicher einfachere Wege ein Handy zu anzugreifen.
Zum Nachrichten versenden ist Bluejacking aber sehr lustig, wie Alex schon schrieb.
Hier ein Bluejacking Tool, die man nehmen kann, wenn man ein Handy hat, was Java kann:
Blueshoot
Blueshoot.net