Warum kommt das “W” nach dem “Q” auf einer Tastatur?

Montag, Juni 29, 2009 16:54

Täglich werden Milliarden Tasten alleine in Deutschland gedrückt, seit Jahrzehnten sogar immer auf der gleichen Tastatur. Warum sind die Buchstaben auf einer Tastatur nicht nach dem Alphabet angeordnet? Die erste Reihe einer Tastatur beginnt mit der Tastenkombination QWERTZ, so heißt sogar das deutsche System der Tastenanordnung. Aber warum sind die Zeichen eigentlich so auf der Tastatur angeordnet?

Das Grundgerüst unserer Tastatursysteme ist schon mehr als 100 Jahre alt. Der US-Amerikaner Christopher Latham Sholes entwickelte in den 1870er Jahren die ersten Schreibmaschinen für die Massenanfertigung. Karl Kronig, stellvertretender Direktor des Museums für Kommunikation in Bern berichtete, dass Sholes für die Modelle damals das QWERTY-Layout nutzte. Seit 1888 wurde dieses Layout für die westlichen Länder Standart.

Wie wurde die Anordnung der Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen festgelegt? Sholes entschied damals vor allem nach ergonomischen und mechanischen Gesichtspunkten. Buchstaben, die am meisten getippt werden, sollen mit den Fingern immer gut erreichbar sein. Zu diesen Lettern zählen E, T und A, erklärte Kronig. Aus diesem Grund verzichtete Sholes darauf, die Buchstaben direkt nebeneinander zu platzieren.

Immer wieder gab es neue Vorschläge für Tastaturenlayouts, doch keine andere konnte sich letztendlich durchsetzen. Die Gewohnheit ist ausschlaggebend dafür, dass man mit einem QWERTY-Layout wesentlich flotter tippen kann.

Warum aber gibt es in Deutschland kein QWERTY-Layout? Eigentlich gibt es das schon, aber da das Z häufier vorkommt als ein Y, wurde es wesentlich zentraler neben dem T platziert. Umlaute wie Ä und Ü finden sich auf anderen Tastaturen nicht, das macht das deutsche Tastaturenlayout zu einem Einzelgänger, mit dem wir heute sehr schnell schreiben können.

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